Augmented Reality mit Google Glass

In der zweiten Vorlesung in Augmented Reality am Worcester Polytechnic Institute hatte unser Professor eine schicke, kleine Überraschung dabei, welche er laut eigener Aussage nun zu jeder Vorlesung tragen wird. Es handelt sich dabei um eines der nur für wenige ausgewählte Personen verfügbare Beta-Modell von Google Glass.

bsautermeister_google_glass

Falls es doch jemanden geben sollte, der davon noch nichts gehört hat, hier eines der ersten Videos, welches damals vom Google Glass Project veröffentlicht wurde:

Google Glass Project

In der Vorlesung durfte jeder mal ein paar Minuten der 1500$ teuren Brille ausprobieren. Ich möchte hier mal kurz meine Eindrücke schildern, welche ich in den wenigen Minuten machen konnte:

  • Im Gegensatz zu dem ersten Video von Google Glass handelt es sich nicht um eine vollständige See-Through-Brille, sondern vielmehr um ein Mini-Display, welches leicht transparent im Rechten oberen Rand des Sichtfeldes zu sehen ist. Es wird also leider nicht möglich sein, dem Benutzer virtuelle Inhalte direkt ins Sichtfeld zu zaubern
  • Das Angebot an Anwendungen ist noch sehr beschränkt. Unser Professor demonstrierte uns beispielsweise einmal die Such-Funktion, indem er die AR-Brille nach dem japanischen Vizepräsidenten fragte. Nach wenigen Sekunden zeigte ihm Google Glass dann ein entsprechendes Foto mit den ersten Sätzen aus Wikipedia an. So etwas könnte also im Alltag doch sehr nützlich sein. Als ich dann aber selbst mit angezogener Brille (ganz egoistisch) nach mir selbst suchen wollte, interpretierte Google Glass meinen Namen als “Bonanza”. Knapp daneben.
  • Die Brille hat auf der rechten Seite ein Touch-Feld, mit der man die Brille aktiviert oder die verschiedenen Seiten durchblättern kann, um auf beispielsweise die “Interaktions-Seite”, die Uhr, das Wetter oder die letzten Fotos zu wechseln. Das sah aber meiner Meinung nach dann doch etwas komisch aus, als mein Professor ständig mit der rechten Hand während der Vorlesung an seiner Brille gedrückt oder gestreift hat. Das will im Alltag doch wirklich keiner machen.
  • Die Brille aktiviert man mit dem Kommando “Hello Glass”, gefolgt von der Aktion, die man durchführen will, also beispielsweise “Hello Glass. Take a picture” oder “Hello Glass. When who is the vize president of Japan”. Das funktioniert alleine im Raum mit Google Glass zwar ganz gut, nur wenn mehrere Leute im Raums sind, wird das dann doch ganz schwierig, denn diese Befehle kann jeder auch aus der Entfernung zurufen. Wenn man sich somit ein Szenario überlegt, in welchem zwei oder mehr Personen mit Google Glass im Raums sitzen, wird das Steuern der Brille dann doch fast unmöglich, denn wenn einer ein Foto machen möchte, machen zwangsweise alle eine Foto.
  • Die Audioausgabe der Brille läuft über Bone Conduction, also über Vibrationen, welche direkt ans Innenohr übertragen werden. Das funktioniert wirklich gut.
  • Der Akku lässt sich laut Aussagen unseres Profs sehr schnell innerhalb von 45 Minuten aufladen und hält fast einen Tag durch.

Es wird also meiner Meinung nach noch etwas dauern, bis die AR-Brille wirklich marktreif sein wird. Die grundlegende Idee hinter dem ganzen ist aber wirklich sehr interessant. Ich schätze mal, dass solche AR-Brillen eine Art Smartphone 2.0 sein werden…

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