Rundreise an der US Westküste
Nun ist es also vollbracht. Gestern bin ich nach meinem Übernachtflug am frühen Morgen am Boston Logan Airport, wo ich dann die erste Nacht wieder bei Familie Spengler in North Attleborough verbringen durfte, da ich dort sowieso noch mein restliches Gepäck abholen musste. Das erste was mir hier in New England deutlich aufgefallen war: Der Temperatursturz! Von den bis zu 28°C, welche wir in San Diego noch hatte sind es hier nun nur noch -10°C. Wobei ich hier noch von Glück sprechen kann, denn vor wenigen Tagen hatte es hier noch -25°C. Nun in meinem Hostel in Boston’s Chinatown eingetroffen möchte ich versuchen, unsere Erlebnisse so gut es geht zusammenzufassen. Untermauert wird das Ganze wie immer mit einer Auswahl von Bildern, welche ich auf der Reise gemacht habe.
Angefangen hat der Trip in San Francisco, wo ich die ersten paar Tage noch alleine verbrachte habe. An den ersten beiden Tagen habe ich versucht die Stadt zu Fuß etwas zu erkunden, was auch recht gut klappt. Zumindest wenn man sich hierbei auf Downtown beschränkt, denn San Francisco ist deutlich Großer als ich mir das vorweg vorgestellt hatte. Die viele Lauferei hatte auch noch den netten Nebeneffekt, dass ich in Downtown nun echt viele Straßennamen kenne. Irgendwie paradox, denn in Konstanz beispielsweise wohne ich nun schon seit 3 Jahren und ich kenne dort nur etwa 3 Straßennamen. Naja egal. Die meiste Zeit bin zusammen mit Jordan aus Australien rumgehangen, mit dem ich dann auch den Versuch gestartet hatte, zu Fuß zur Golden Gate Bridge zu laufen. Das haben wir dann auch geschafft (nach mehreren Stunden), doch als wir dann im Hostel wieder angekommen sind, waren unsere Füße wirklich hinüber. Wie jedes Hostel hatte auch meines einiges an Events zu bieten. Einmal habe ich beispielsweise mit ein paar Deutschen, einem Australie und einem Amerikaner an den “offiziellen” San Francisco Beer Olympics teilgenommen, und wir haben souverän jedes Trinkspiel in der Vorrunde gewonnen. Nur das Spiel im Finale hatte dann irgendwie keiner von uns so richtig verstanden, wodurch wir dann nach wenigen Sekunden plötzlich schon verloren hatten. Oder zumindest hat das das gegnerische und mir nun aufgrund tief unsympathische Team behauptet. An einem weiteren Abend ist mir dann auch noch etwas lustiges passiert. Nach dem Football Viertelfinale des 49ers Spiels habe ich ein paar Inder getroffen und mit denen dann einen spontanen Junggesellenabschied gefeiert. Was da nun alles so genau passiert, erzähle ich euch aber lieber mal so.
Kurz vor Neujahr ist dann auch endlich Patrick in San Francisco angekommen, mit dem ich dann am letzten Tag des Jahres eine 50km Fahrradtour über die Golden Gate Bridge und Sausalito zum Old Mill Forrest gemacht habe. Dabei hatten wir uns etwas mit der Zeit verschätzt, denn auf dem Rückweg war es dann doch etwas dunkel auf den letzten Kilometern und wir hatten kein Licht an unseren Fahrrädern. Für New Years Eve haben wir dann etwas improvisiert, denn fast alle Veranstaltungen dort, welche uns Lokals empfohlen hatten, haben 100-200$ Admission gekostet. Da haben wir uns dann lieber mit den Leuten vom Hostel zusammengetan und gemeinsam das Feuerwerk am Pier 4 bei der Bay Bridge angeschaut. Anschließend ging es dann im Hostel weiter.
Als wir uns dann etwas verspätet um unser Auto für unsere Rundreise kümmern wollten sind wir dann erst mal etwas auf die Nase gefallen, denn der Anbieter, bei dem wir das Auto mieten wollten war ein Deutsches Unternehmen, und da dort die Uhr etwas anders tickt haben wir schon mit den Vorbereitungen für Plan B angefangen, also in San Francisco ein oder zwei Nächte länger zu bleiben. Doch als wir dann nochmal Max und Maximilian von meinem alten Hostel am Golden Gate Park getroffen hatten, haben wir festgestellt, dass die noch Platz in ihrem Auto nach Los Angeles hatten. Glück im Unglück also, denn so konnten wir die Kosten für das Auto durch 4 teilen.
Am 2. Januar sind wir dann also in Richtung LA aufgebrochen, wobei wir entlang des Highway 1 noch zwei Übernachtungen in Monterey und San Luis Obispo einkalkuliert hatten. Bevor wir jedoch auf den Highway gefahren sind, haben wir noch einen kleine Umweg über Silicon Valley gemacht, wo wir uns Unternehmen wie Facebook, Google oder Microsoft, sowie die Stanford University oder die legendäre HP Garage angeschaut haben.
Nach Santa Cruz sind wir endlich am Highway 1 gelandet und ich muss sagen: Wow! Diese Straße ist wirklich eine der schönsten auf der Welt. Besonders die Region Big Sur ist mit ihren Küstenregionen wirklich unbeschreiblich schön. Wer mal an der Westküste unterwegs ist, sollte den Highway 1 nicht missen. Vor LA haben wir auch noch einen kurzen Halt in Santa Barbara gemacht, wo ich dann auch noch Stefan (mein Mitbewohner in Worcester) getroffen habe.
In LA haben wir dann vier Tage in einem Hostel direkt am Walk of Fame verbracht. Obwohl wir uns von vielen Leuten haben sagen lassen, dass LA nicht so schön sei, muss ich genau das Gegenteil behaupten. Ich fand LA wirklich eine schöne Stadt. Vielleicht haben wir auch nur die schönen Teile von LA gesehen, doch diese waren immerhin wirklich gut anzusehen. Nur teuer ist Hollywood. Und das sogar gewaltig. In einem Club, bei dem wir mit einem PubCrawl gelandet sind hat die Flasche Champagner bis zu 14.000$ gekostet. Schon verrückt diese Welt. Vor der Tür sitzen Obdachlose und fragen nach Quarters und in den Nightclubs werfen Andere das Geld sinnfrei zum Fenster raus.
Neben Venice Beach und Long Beach haben wir an einem Tag noch das Warner Brothers Film Studio besucht. Diese knapp 60$ waren echt gut investiert, denn man bekommt dort in den etwa 3 Stunden echt viel zu sehen. So haben wir beispielsweise die Sets von Friends, Big Bang Theroy oder Spiderman aus nächster Nähe gesehen. Außerdem die originalen Kostüme oder Autos aus zahlreichen Filmen wie Harry Potter oder Hangover.
Nach LA haben wir uns dann von Max und Maximilian getrennt, welche dann zurück nach Colorade geflogen sind am nächsten Tag. Patrick und ich haben uns dann in LA endlich unseren eigenen Mietwagen geholt (Ford Fiesta SE in Silber … absolute Höllenmaschiene das Teil!) und haben uns dann am 7. Januar auf nach Las Vegas gemacht. Dort dann mit einer leichten Erkältung angekommen, haben wir erst mal unsere kälteste Nacht im Hostel verbracht. Da die Heizung nicht funktioniert hatte, herrschte im Zimmer Gefriertruhen-ähnliche Temperaturen, was nicht wirklich gut für meine Erkältung war. Voller Frust haben wir uns für die letzten beiden Nächte in Las Vegas dann noch ein Hotel am Strip dazu gebucht, weil ich eigentlich schon gerne wieder gesund werden wollte. Kurz nach der Buchung haben wir dann leider feststellen müssen, das die Heizung nicht defekt sondern einfach nur ausgeschalten war. Wir beiden Technik-Spezis haben das dann ganz flink gefixt und den “ON”-Knopf gedrückt, nachdem das Zimmer dann zwar nicht warm, jedoch deutlich angenehmer wurde. Naja, die beiden Nächte im Hotel-Casino waren es trotzdem wert. Tagsüber haben wir viel Zeit außerhalb verbracht und uns die vielen Parks und Sehenswürdigkeiten angesehen. Dazu gehörten der Hoover Dam, Valley of Fire und der Red Rock Canyon. In der Nach haben wir dann den Strip unsicher gemacht und mal einen Blick in jedes Casino geworfen. Gegamble’t haben wir dann auch noch ein wenig, wo ich dann in in Roulett souverän 20$ in 29$ verwandelt habe. Patrick hatte da noch etwas mehr Geschick und hat in Black Jack deutlich mehr abgeräumt. Alles in allem ist Las Vegas eine wirklich verrückte Stadt, welche bei den Amerikanern nicht nur wegen den Casinos so beliebt ist, sondern auch weil man nur dort in den USA ab 18 Jahren und im Freien Alkohol trinken darf.
Nach Vegas ging es dann über den Grand Canyon nach Flagstaff. Auf dem Weg haben wir auch noch die Buch- und Songwriterin Bea aus Deutschland mitgenommen, welche auch zufällig nach Flagstaff musste. Als Dank landen wir beide nun vermutlich mit Namen in ihrem Buch. Yeehaw!
In meiner Zeit in den USA musste ich feststellen, dass vieles hier von den Amerikaners Groß-geredet wird (Freiheitsstatue, Niagara Falls, … Ich zitiere: “Sooooooo awesome!”), jedoch hat der Grand Canyon wirklich seine Präfix verdient. Denn dass ist wirklich ein verdammt rießiges … Loch … welches der Colorado River da über die paar Jahre geschaufelt hat. Er ist wirlich sein Geld (25$ pro Auto) mehr als wert. In Flagstaff angekommen, haben wir uns dann noch mit Aammy aus Indien getroffen, welchen wir in Las Vegas kennen gelernt hatten. Ein wirklich lustiges Kerlchen, welcher es wirklich schafft sich von alles und jedem aufs Foto zu kriegen und umgekehrt. In Flagstaff haben wir dann noch den Meteroid Crater (ein Krater eines früheren Meteoriteneinschlags mit 1.5 Meilen Durchmesser … nett anszuschauen, jedoch mit 16$ pro Person viel zu teuer) und den Petrified Forrest mit den Painted Desserts (durch stark mineralhaltiges Wasser versteinerte Bäume … wusste gar nicht, dass es so etwas gibt) angeschaut.
Nach Flagstaff ging es dann weiter nach Pheonix, wo wir dann erst mal genug von Sightseeing hatten und erst mal derbe shoppen gegangen sind in einem Tanger Outlet neben dem University Stadion (schon verrückt, dass die Stadion der College Teams teilweise größer sind als die der Profi-Teams). Dort habe ich es dann auch geschafft meine Kreditkarte ans Limit zu treiben, wodurch ich dann erst mal zwei Tage blank war. Aber zum Glück war ich ja nicht alleine unterwegs :)
Auf dem Weg nach San Diego haben wir dann noch die Imperial Sand Dunes bei Yuma angeschaut. Dort wurden einige Szenen aus den Filmen Star Wars oder Mad Max gedreht.
In San Diego dann angekommen (gegenüber unserer ursprünglichen Planung sogar zwei Tage zu früh) haben wir unsere Erste Nacht bei Pacific Beach und die restlichen Nächte in Downtown im Gaslamp District verbracht. Von den Temperaturen her war San Diego echt die beste Stadt, welche sich auf bis zu 28°C beliefen. Zum Vergleich: Worcester hatte am selben Tag -21°C. Die Atmosphäre in der Stadt war wirklich locker und gemütlich. Muss wohl an den vielen Mexikanern liegen.
Besichtigt haben wir in der Stadt unter anderem die USS Midway, ein Flugzeugträger welcher noch bis einschließlich Dessert Storm im Einsatz war. Des Weitern waren wir noch im San Diego Zoo, welcher zu den besten Zoo’s der Welt gehören soll, oder sonst noch zwei volle Tage an Coronado Beach, wo wir gegen die mächtigen Pazifik-Wellen gekämpft haben oder mit Amerikaner Beach Volleyball gespielt haben. Auch unser Auto haben wir dann nach 9 Tagen in San Diego abgegeben, da wir unsere Rückfahrt nach San Francisco mit dem Bus machen wollten.
Nach einer sehr langen Busfahrt sind wir dann am 21. Januar wieder in San Francisco angekommen. Dort haben wir es dann eher ruhig angehen lassen und sind noch ein paar mal durch die bergige Stadt, den Golden Gate Park und dem Lincoln Park spaziert. Dort ist uns dann auch zum ersten mal aufgefallen, dass es in San Francisco wirklich viele freilebende Kolibris gibt. Wusste ich zuvor noch gar nicht. Nach einem letzten Blich auf die Golden Gate Bridge war dann der Trip auch bald vorüber. Patrick ist am 24. Januar schon früh morgens in seien Flieger in Richtung Deutschland, während ich noch den den ganzen Tag hatte, bis ich dann meinen Nachtflug nach Boston wahrnehmen konnte.
Zusammenfassend war der Trip im Westen der USA wirklich jeden Cent wert. Die USA hat wirklich ein breites Spektrum an Landschaften zu bieten, welche wirklich gut anzusehen sind. Und nach der nicht gerade stressfreien Zeit am WPI war das wirklich genau das, was ich gebraucht hatte um neue Energie zu sammeln. Da es uns leider nicht zum Yosemite National Park, Bryce Canyon und nach Death Valley gereicht hatte, muss ich auf jeden Fall wieder irgendwann nach Kalifornien zurückkehren und das dann nachholen.
Comments
Post a Comment